Eine Fotoarbeit von Judith Schönenberger. Online zusehen ab dem 22. Mai. Fotographiert wurden Trans*männer mit unterschiedlichen Selbstdefinitionen. ![]()
Monday, May 12, 2008
"Hurra es ist ein Mädchen"
Friday, April 18, 2008
TransBingo
Analog zum FeminismusBingo den man hier findet, nun das TransBingo.
Vielleicht eine gute Möglichkeit im Alltag mit dummen und überflüssigen Aussagen umzugehen : Einfach "Bingo" rufen wenn alle Felder abgestrichen werden konnten. 
Thursday, April 10, 2008
Yes, I ´m a simple man
Seit dem 04.04.08 bin ich nun hochoffiziell und rechtskräftig dem männlichen Geschlecht zuzuordnen. Der Brief vom Amtsgericht lag gestern in meinem Briefkasten.
Die Odysee ist vorbei.
Friday, April 04, 2008
Schon mal mit `nem Zwitter gesprochen ?
Hier die Gelegenheit. Ein ganz gelungener Bericht von Polylux über Intersexuelle.
polylog Intersexuelle @ www.polylog.tv/videothek
Sumpf
Das Deutschland ein Bürokratiesumpf ist, hat man ja schon das ein oder andere Mal gehört, aber so richtig begreifen tut man das wohl erst wenn man mal drin steckt :
- April 2006 Beantragung der Vornamensänderung (VÄ) mit Vorabentscheid für diePersonenstandsänderung (PÄ)
- April 2006 mein Antrag wird dem Bundesinnenministerium vorgelegt. Das Bundesinnenministerium hat keine Einwände. Es läßt die vierwöchige Frist verstreichen.
- Mai 2006 Termin zur Anhörung (Prozesskostenhilfe und Gutachter werden bewilligt) .Die Anhörung dauert 15 Minuten. Ziemlich unnötiger Termin.
- Juni 2006 drei Termine beim ersten Gutachter.
Kindeheit, Jugend, Elternhau, Sexualleben werden abgeklopft. Ich erhalte 4 Fragebögen, die ich zu Hause wahrheitsgemäß ausfüllen soll.
- Juli 2006 ein Termin beim zweiten Gutachter
Ich fahre 1,5 Stunden nach Leipzig. Die Begutachtung dauert 3 Stunden. Ich fahre 1,5 Stunden zurück nach Berlin. Anmerkung : Das sogenannte Begutachtungsgespräch führt ein Praktikant durch. Er ruft mich ein paar Tage später nochmal an und fragt nach wie man Hysterektomie schreibt.
- August 2006 Sowohl ich als auch das Ministerium für Inneres und Sport erhalten den den vorläufigen Beschluss der Vornamensänderung.
- Das Bundesinnenministerium erhebt keinen Einspruch und läßt die achtwöchige Frist verstreichen.
- Oktober 2006 ich erhalte den rechtskräftigen Beschluss der VÄ. Die PÄ wird abgelehnt da ich dem männlichen Geschlecht nicht genügend angeglichen bin und fortpflanzungsfähig bin.
- November 2006 ich reiche die Gutachten der VÄ bei der Krankenkasse ein um eine Kostenzusage für geschlechtsangleichende Operationen zu bekommen.
- Dezember 2006 die Krankenkasse teilt mir mit, dass sie selbst keine Entscheidung in meinem Fall treffen kann/darf und meine Unterlagen an den medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) weitergegeben hat.
- Januar 2007 ich bekomme einen Termin beim MDK
Ich werde erneut von einem Psychiater begutachtet. Der Termin dauert 3 Stunden.
- der MDK-Gutachter schickt sein positives Gutachten an die KK zurück.
- die KK reicht das positive Gutachten an den zweiten Gutachter des MDK weiter.
- März 2007 ich bekomme einen zweiten Termin beim MDK diesmal handelt es sich um eine körperliche Untersuchung meiner Brüste. Meine Genitalien "untersucht" der Gutachter nicht. Er hätte aber gedurft.
- das positive Gutachten geht an die KK zurück.
- April 2007 ich erhalte die Kostenzusage der KK.
- April 2007 ich lasse die Mastektomie im Parksanatorium Berlin Dahlem durchführen.
Es soll 6 Monate abgewartet werden bis zu einer möglichen Korrektur und der Hysterektomie.
- Oktober 2007 ich lasse die Hysterektomie im Parksanatorium Berlin Dahlem durchführen.Anschließend lasse ich mir die geschlechtsangleichenden Maßnahmen sowie die daraus resultierende Fortpflanzungsunfähigkeit bestätigen.
- November 2007 ich reiche die fehlenden Unterlagen ( Bestätigung ga. Maßnahmen sowie
die Bestätigung Fortpflanzungsunfähigkeit) beim Amtsgericht Berlin ein und bitte um erneute Prüfung meines Antrags auf Personenstandsänderung.
- Januar 2008 mir wird mitgeteilt, dass mein Antrag eingegangen sei und dieser nun dem Bundesinnenministerium vorgelegt wird.
- Anruf meinerseits beim Bundesinnenministerium mit Bitte um schnellstmögliche Bearbeitung.
- Februar 2008 ich erhalte den vorläufigen Beschluss der PÄ.
Ich lege sofort Rechtsmittelverzicht ein und bitte das Bundesinnenministerium gleiches zu tun.
- März 2008 das Standesamt Lüneburg teilt mir mit, dass es meine Unterlagen nicht ändern kann da noch kein rechtskräftiger Beschluss vorliegt.
- Anruf beim Amtsgericht meinerseits. Meine Unterlagen seien zum Landgericht gegangen. Nach einigem Hin- und Her klärt sich auch warum -Ich habe auf meinem Rechtsmittelverzicht meine Unterschrift vergessen.
- April 2008 ich fahre zum Amtsgericht und hole die Unterschrift nach.
Leider wird festgestellt, dass das Bundesinnenministerium einen Stempel auf Ihrem Rechtsmittelverzicht vergessen hat. So können mir meine Unterlagen natürlich nicht ausgestellt werden.
- der Justizsekretär versucht im Innensenat jemanden zu erreichen. Ohne Erfolg. Es wird gemutmaßt der Zuständige könne im Urlaub sein.
- Wieder Anruf beim Amtsgericht. Das Bundesinnenministerium hat grünes Licht gegeben. Montag geht die Rechtskräftigkeit raus.
- Normalerweise würde diese auch nochmal an das Bundesinnenministerium geschickt werden, damit die das Schreiben an das Lüneburger Standesamt weiterleiten. Diese Station wird jetzt auf meine Bitte hin ausgespart.
Also falls jetzt nicht irgendwer noch irgendeinen Stempel vergessen hat, könnte ich nach 2 Jahren meine rechtskräftige Personenstandsänderung tatsächlich bekommen.
Ich glaub´s erst wenn ich es sehe.
Monday, March 24, 2008
I´m not there
Vor zwei Wochen den Bob Dylan Film gesehen und eine nette Diskussion gehabt über Lebensläufe, - entwüfe und Identität/en.
Der Film ist natürlich ungewohnt. Man ist andere Strukturen gewohnt. Biographien funktionieren normalerweise wie Filme oder Romane. Die Storie läuft von A nach B, und natürlich ist B von Anfang an schon immer irgendwie das Ziel gewesen. Manchmal hat man es vielleicht aus den Augen verloren oder es gab Schwierigkeiten die umschifft werden mußten, aber am Ende ist man doch genau da wo das Schiksal einen schon immer vorgesehen hat.
Man ist wohl geneigt das eigene Leben und das Leben von anderen so anzusehen.Identität reift bestenfalls, sie verändert sich nicht. Und wenn sie das doch tut, ist das bedrohlich. Geisteskrankheit - ist wohl am ehestender der Begriff der dafür benutzt wird.
Für Trans*leute spielt der Lebenslauf und die darin verborgene Identität eine noch gewichtigere Rolle. Ständig muß man sich selbst, aber vorallem auch Ärzten, Richtern, Freunden und Familie beweisen das man doch eigentlich schon immer der/die war, der/die man jetzt ist.
Permanent wird der Lebenslauf untersucht auf "Anzeichen", an denen man sich entlanghangelt von der Kindheit bis zur Jugend bis heute. Bis zu dem Tag an dem man sich für die Transition entschieden hat. Und das muß alles nachvollziehbar sein. Die Transition oder viel mehr das endlich Frau/Mann sein muß schon immer das verborgene Ziel in unseren Lebensläufen gewesen sein.
Gerne verlangen die Gutachter sogenannte Trans*lebensläufe, in denen man im Grunde nichts anders tut als eine Identität zu erfinden die es so nie gegeben hat.
Es wird viel gelogen bzw. selektiv berichtet. Zu groß ist die Angst die Vornamensänderung/Personenstandsänderung oder die Kostenzusagen der Krankenkassen nicht zu bekommen. Und natürlich auch die Angst als geisteskrank abgeschrieben zu werden.
Da werden die Barbie-Puppen, der Kinderwunsch, das Make-up, das weibliche Sexualleben aus Lebensläufen gestrichen oder doch zumindest behauptet, dass man sich "damit" immer schon irgendwie komisch oder falsch gefühlt hätte.
Und plötzlich hat man einen Lebenslauf voll mit Autos, He-Man Figuren, BMX-Fahrrädern und dem Wunsch KFZ-Mechaniker zu werden.
So funktioniert das doch alles nicht. Was ist das bloß für ein abscheuliches Bild von Männern und Frauen das da entworfen und verlangt wird?
So sind Menschen doch nicht.
Warum lassen wir unser Leben in ein so enges Muster pressen? Wir sind mehr als das.
Ich war ein Junge, eine Lesbe, ein Schwuler, eine bisexuelle Frau, ein Kerl, ein Transboi. Manchmal nur eins davon. Manchmal mehreres aufeinmal. Einiges davon nur in meinen Träumen und anders in Real-Life. Vielleicht ist das eine aus dem anderen hervorgegangen. Vielleicht aber auch nicht. Für den Moment des Lebens und Erlebens war das egal. Da habe ich nicht in die Zukunft geblickt da habe ich nur gelebt. Heute irgendwas davon als falsch oder unecht zu bezeichnen, nur weil das irgendwer von mir verlangt kommt nicht mehr in Frage.
Für die Gutachten habe ich es getan, weil ich es mußte, aber ich werde es nicht nochmal tun.
Ein bekannter Transgender sagte mir neulich er habe wärend der Begutachtungen begriffen, dass er so wie er ist, in Deutschland eigentlich nicht sein darf. Er ist nicht vorgesehen.
Direkt nach der letzten Begutachtung ging es ab ins Krankenhaus. Keine Seltenheit.
All I can do is be me.
Whoever that is. (Bob Dylan)
Friday, March 07, 2008
Die "Reform" des TSG
Reform deswegen in Anführungszeichen, weil - man denkt es sich schon - es sich eigentlich um keine Reform handelt.
Im Grunde faßt die Bundesregierung ihre Ansichten zum TSG und zum Transsexuellen ( Transgender kommen bei der Bundesregierung ja ohnehin nicht vor) im allgemeinen ganz hübsch in folgendem Satz zusammen :
Die Bundesregierung hält im Grundsatz an ihrer Auffassung fest, dass ein Verstoß gegen die Menschenwürde nicht vorliegt
Na dann is ja alles in Budder.
Wenn die Bunderegierung das meint, dann wird´s wohl stimmen. Schließlich haben die sich ja auch mit Sachverständigen zusammengesetzt und sich schwer Gedanken gemacht über alles.
Ich bin jedenfalls ganz froh, dass ich nicht auf die Reform gewartet habe.
So wie es aussieht wird sowieso nichts von dem umgesetzt was wir gefordert haben- wozu auch ? Die Sachverständigen wissen es ja besser. Es bleibt beim Sterilisationszwang, bei psychologisch-psychiatrischen Begutachtungen und bei operativen Maßnahmen als Vorraussetzung für die PÄ.
Was tun ? Streiken vielleicht ?
Thursday, March 06, 2008
Sex und Transbeziehungen
ist - wie bereits erwähnt - eines von vielen spannenden Sex-Themen der neuen Testcard.
Eine kleine Vorschau :
Dieser Artikel handelt von Sex, mit einem Partner der im
Laufe der Beziehung sein Geschlecht gewechselt hat. Transgender hören den Ausdruck "das Geschlecht wechseln" nicht gerne; die meisten von ihnen sprechen lieber von "Geschlecht angeleichen" oder allgemein von der Transition. Aus der Perspektive des Partner - meiner Perspektive - ist der Begriff "Geschlecht wechseln" durchaus angebracht. Ich war mal mit einer Frau zusammen und jetzt bin ich mit einem Mann zusammen. Das alleine finden die meisten Menschen ein bißchen ungewöhnlich, aber keinesfalls unglaublich...
